Geschichtsverein Klein-Winternheim

  • Stammtische und Lesungen

STAMMTISCHE und LESUNGEN

Seit Januar 2010 wird im Andreascafé in unregelmäßigen Abständen  ein Stammtischabend angeboten.

Die Stammtischabende haben immer ein bestimmtes Thema über das ausführlich informiert wird. Darüber hinaus eröffnet der Geschichtsverein  die Möglichkeit, sich über familien- oder ortshistorische Themen auszutauschen. Geschichtsinteressierte haben hier die Gelegenheit, sich Rat und Tat, z.B. beim Erstellen eines eigenen Stammbaumes, zu holen.

Lesungen erfolgen ebenfalls im Rahmen der Stammtische und werden, wie auch die normalen Stammtische in der Presse und auf der Website des Vereins angekündigt.

19. Stammtisch am 20.01.2016 - Ortsansichten

 

Am 20. Januar 2016 lud der Geschichtsverein Klein-Winternheim als Auftakt im Jubiläumsjahr „200 Jahre Rheinhessen“ zum ersten Stammtisch des Jahres ein. Mit einem Diavortrag über die Ortsgeschichte führte der 1. Vorsitzende Franz Josef Becker die 40 Gäste durch den Abend.

Zunächst wurden Bilder alter Ortsansichten präsentiert mit einem Vergleich von früher und heute. Teilweise waren diese so alt, dass selbst alteingesessene Klein-Winternheimer ins Grübeln kamen. Neben schon lange nicht mehr existierenden Ansichten aus der Klostergasse und dem heutigen Muizoner Platz samt altem Feuerwehrturm, rückte besonders ein früher als beliebtes Fotomotiv bekanntes Haus in den Fokus. Die Ecke dieses heute renovierten und rot gestrichenen Hauses in der Stielgasse, damals noch mit freigelegtem Mauerwerk, war auf gleich mehreren Gruppenbildern zu bewundern.

Weiterhin wurden Ansichten des bäuerlichen Dorflebens vorgeführt und jeweils mit informativen und teils lustigen Anekdoten beschrieben. Hier ein Ochsenkarren, der Gülle durch die „Obergass“, dem Teil der Hauptstraße zwischen Muizoner Platz und Friedhof, fuhr. Dort ein großer aber fauler Gaul, der vor den Pflug gespannt lieber seinem kleineren aber sehr fleißigen Arbeitsgenossen die Arbeit überließ. Abgerundet wurde der tierische Teil mit einer Serie von „Mucken“ bzw. Mutterschweinen, die mit ihrer imposanten Statur einer ausgewachsenen Person schon einmal bis zur Hüfte reichen konnten.

Zu guter Letzt, wurden Bilder aus dem Dorfleben gezeigt, wie Hochzeitsgesellschaften, Schuljahrgänge oder die Dorfjugend, die vor der Wirtsstube ihren Spaß hatte. Anschließend schwelgten die Anwesenden in guter Laune noch gemeinsam in Erinnerungen und tauschten sich mit der jüngeren Generation über die Ortsgeschichte aus.

18. Stammtisch am 09.09.2015

Passend zum Herbst lautete das Thema des 18. Stammtisch: Weinbau in und um Klein-Winternheim. Zu Beginn klärt Franz-Josef Becker seit wann es dein Weinbau in Klein-Winternheim schon zu geben scheint. Bereits 1435 ist von einer Verpachtung von Haus, Äcker und Wiesen sowie Weinberge berichtet. Auch gibt es eine schriftliche Bestätigung in einer Güterbeschreibung der Gemarkung Klein-Winternheims von 1576. Wir können also davon ausgehen, dass schon durch die Besiedlung der Römer hier Weinbau betrieben wurde.

Der Vorsitzende berichtete über eine Zusammenstellung der Weinorte die um 1860 veröffentlicht wurde. Klein-Winternheim listete damals 140 Morgen Weinbau und 580 Einwohner.

Außerdem erfuhren die Zuhörer, dass die Weinbaufläche etwas weit entfernt vom Dorf lag und das Wegenetz in den Weinbergen aus nur 2 Wegen bestand: der obere und untere Lettenweg, daher war viel körperliche Arbeit notwendig. Die Zuhörer erfuhren darüber hinaus welche Lage sich für Wein und Obstbau eignete, wo heute Wohngebiete erbaut sind.

Über einen besonderen Gast durfte sich der Geschichtsverein an diesem Abend freuen, Pater Walter Schreiber der seit einiger Zeit in Brasilien lebt, besuchte seine Heimatgemeinde und nahm am Stammtisch des Vereines teil.

Wie üblich regte der Vortrag zum weiteren Austausch der Besucher an, die den Abend gemütlich ausklingen ließen.

17. Stammtisch am 11.03.2015

Der Vorsitzende F.J. Becker dachte dabei an die letzten 260 Jahre. Zu diesem Zeitpunkt kamen u.a. die Familien Sieben und Kapp ins Dorf.

Bei früheren Stammtischen wurden oft die Fragen gestellt, warum nicht von ihren Vorfahren berichtet wird, ob es etwa arme Leute oder Tagediebe gewesen seien.

Der Vorsitzende Becker konnte vor ca. 25 Jahren die Strafliste der Gemeinde Klein-Winternheim einsehen. Dort wurde vermerkt, wie einige Bürger bestraft wurden (Geldstrafe oder Gefängnis).  Einige Bürger wurden mit 10 Mark oder 2 Tagen Gefängnis bestraft. Diese Unterlagen sind im Landesarchiv in Speyer verwahrt, die Straftaten liegen aber mehr als 100 Jahre zurück. Die Straftaten wurden von mehreren Personen begangen, es waren sowohl arme, als auch wohlhabende Bewohner des Dorfes daran beteiligt. Die Taten waren Jagdvergehen und schon immer verboten.

Ein ehemaliger Bürgermeister eines Nachbardorfs berichtete, dass in seinem Dorf nicht gerne gesehene Bürger nur am Ortsrand bauen oder wohnen durften.

Aus verschiedenen Unterlagen ist ersichtlich,  dass männliche Personen, die nach Klein-Winternheim zuwandern wollten, ihr Geldvermögen darlegen und ein Führungszeugnis vorlegen mussten. Dies wurde im 19. Jahrhundert verlangt.

In einem Fall hat eine Person neben dem Führungszeugnis ein Vermögen von 12.000 Gulden (Erbe) von seinem Heimatbürgermeister bestätigen lassen.

Zuwandererfamilien waren Sieben und Kapp

Der erste Zuwanderer aus der Sieben Familie war Johann Sieben von Nieder-Olm, der 1780 Gertrude Eckert heiratete.

F.J. Becker listete alle Stämme auf und zeigte Dias der damaligen Wohnhäuser.

Ein Sieben Nachkomme, Jakob, 1791 geboren, ging als Freiwilliger mit der französischen Armee unter der Führung von Napoleon gegen Moskau. In der Schlacht an der Beresina im November 1812 soll er angeblich im Bauch seines erfrorenen ausgeweideten Pferdes überlebt haben.

Die ersten Zuwanderer mit Familienname Kapp kamen von Hechtsheim, ebenfalls im 18. Jahrhundert.

Auch hier listete F.J. Becker alle Stämme auf und zeigte Dias der damaligen Wohnhäuser.

F.J. Becker hat zur Johann Martin Kapp Familie vor Jahren interessante Aufzeichnungen in einem Notizbuch gefunden und diese am Stammtischabend vorgelesen.

„Johann Martin Kapp - Margareda seine Hausfrau haben Mahl gehalten im Jahr 1748 den 14. September und vier weibliche und fünf männliche Kinder geboren, zwei davon verstarben.

Von einem Schwiegersohn ist sein Erbteil aufgezeichnet, welches zeigt, wie vermögend die Familie Kapp war.

Joh. Jakob Haas

Ich bekenne als Bürger und-Tuch-Macher Meister Johann Jakob Haas von Mainz, daß ich von meinem Schwieger Vater Martin Kapp von Klein-Winternheim als Heirathsgabe empfangen habe 200 Fl.

geschen 2. Juni Anno 1782                                              J.Jak.Haas

 

Noch auf die Hochzeit 30 Pfund Rindfleisch, 2 Schinken, 22 Maß Wein, die Maß 12 Kreuzer.

Noch geben 30 Ellen Hanf Tuch.

Noch 2 Malter Mehl, noch 11 Fl (Gulden) für ein Hochzeitskleid.

Letztes Datum 20. May Anno 1794

Empfing ich von meinen Schwiegereltern 300 Fl sage drey Hundert Gulden im Beisein meines Herrn Schwager Hennrich Kapp.

Bescheinigt:

Mainz, Johann Jakob Haas“

 

Der Stammtischabend klang unter lebhaften Diskussionen aus.

 

Irene Traupel

 

 

 

16. Stammtisch am 15.10.2014

Vorsitzender Fr. J. Becker hatte sich für den Stammtisch  die Familiengeschichte KISSEL vorgenommen.

Seine Nachforschungen ergaben, dass ein Johann Kissel, geb. 1706 in O.O.,  als Stammvater der Klein-Winternheimer Kissels betrachtet werden kann. Dessen  Sohn Johann heiratete 1776 die Klein-Winternheimerin Anna Maria Schreiber.

Fr. J. Becker verstand es nicht nur die nachfolgenden Kissel-Generationen aufzuzeigen, sondern auch interessante Fotos der jeweiligen Familienmitglieder und deren Anwesen zu zeigen. Dass Familiengeschichte durchaus kein trockenes Thema darstellen muss, das vermochte der Vorsitzende des Geschichtsvereins wieder mal vortrefflich zu beweisen. Im Übrigen durften die Anwesenden zu Beginn des interessanten Dia-Vortrags auf das Wohl des Vorsitzenden anstoßen, denn es galt ihm noch zur Verleihung einer besonderen Auszeichnung zu gratulieren, nämlich zur Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es noch jede Menge Gesprächsstoff, nicht nur bei den anwesenden  Kissel-Nachfahren.

Walter Hackl

 

 

15. Stammtisch am 14.05.2014

Die "Becker-Familien Teil zwei" war das Thema beim letzten Stammtisch des Geschichtsvereins. Im voll besetzten Andreascafé konnte Franz Josef Becker auch Gäste aus den Nachbargemeinden Nieder-Olm und Ober-Olm begrüßen. Der Vorsitzende fand heraus, dass sich die Spuren der Beckers  in Klein-Winternheim bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück verfolgen lassen Professor Falk hatte bereits in seiner Chronik von 1888 eine Güterverpachtung von 1435 erwähnt. Darin heißt es, dass ein gewisser Peter Becker, Schultheiß in Klein-Winternheim und seine Ehefrau, mit Drude, Äbtissin im Kloster der Weißen Frauen in Mainz, einen Erbpachtvertrag schlossen. Franz Josef Becker stöberte dieses Dokument 1986 im Staatsarchiv in Darmstadt auf. Vorstandsmitglied  Irene Traupel fand dann über Recherchen im Internet die genaue Datierung dieser Urkunde von 1435 heraus. In seinem Dia-Vortrag über die Entwicklung der Becker-Dynastien durch die Jahrhunderte wurden vom Vorsitzenden einige spannende Details und Fakten zutage gefördert, mit Geschichten aus mündlicher Überlieferung  und Dias von Fotoraritäten aus den letzten 150 Jahren. Sogar einige Kopien der Originalurkunde von 1435 konnten die Stammtischbesucher bestaunen. Bei einem Gläschen Wein gab es nach dem gelungenen Vortrag noch viel über die Klein-Winternheimer Familiengeschichte zu erzählen und zu erfragen.

Walter Hackl

 

 

14. Stammtisch am 15.01.2014

Becker-Familien Teil zwei

 

Mit einem Glas Secco stießen die Teilnehmer auf das neue Jahr an. Vorsitzender Franz Josef Becker setzte das Gedicht ‚Zum Jahresanfang‘ von Erich Kästner an den Anfang seines Vortrags und stimmte die Gäste auf den Abend ein. Er stellte zunächst fest, dass das Thema ‚die Becker-Familien‘ zu umfangreich für einen einzigen Abend sei. Der Name Becker lässt sich in Klein-Winternheim immerhin bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Aus diesem Grund wird es für ‚die Beckers‘ noch einen zweiten Vortrag geben.

Der Vorsitzende wusste viel Unbekanntes zur Familiengeschichte zu berichten. Ganz nebenbei hat er herausgefunden, dass im 18. und 19. Jahrhundert ein Bewerber für die Stelle als Schullehrer jung und unverheiratet sein musste. Er war gehalten, möglichst eine dorfansässige Frau zu ehelichen. Damit war nämlich sichergestellt, dass er sich nicht bald wieder versetzen lassen konnte. Anhand von vier Beispielen war dieser Sachverhalt nachzuweisen. Und dass das frühere Gasthaus ‚Zur alten Schmiede‘ zur Becker-Dynastie gehörte, war auch  vielen unbekannt. Nach unterhaltsamen Beiträgen zum Thema des Abends beschloss der Vorsitzende mit einem Vers über die Zeit und die Vergänglichkeit seinen interessanten Vortrag. Anschließend  nahmen sich die Teilnehmer noch viel Zeit zum Gedankenaustausch über das Gehörte.

Walter Hackl

 

 

1. Lesung am 13.11.2013 mit Claus Legal

Erstmals bot der Geschichtsverein im Rahmen seiner Stammtische eine Lesung an. Wir alle waren gespannt, wie das denn sein würde und ob sich auch genug Interessierte einfinden würden. Unsere Sorge war unbegründet, denn es fanden sich ca. 40 Bürgerinnen und Bürger im Feierraum des Rathauses ein. Claus Legal, ein Klein-Winternheimer Bürger, hat bisher zusammen mit seinem Bruder Gerd Legal, zwei Bücher über Friedrich II., König von Preußen, geschrieben.

Das Thema dieser Lesung mit Claus Legal betraf Passagen aus dem zweiten Buch mit dem Titel „FRIEDRICH II - DER FALL HUBERTUSBURG“.

In diesem Buch wird von den Autoren über besondere Begebenheiten  im „Siebenjährigen Krieg“ (1756-1763) berichtet. In seinen Vortrag ließ er immer wieder einfließen, dass die Recherchen  sehr arbeitsintensiv waren und wie er berichtete,  auch viele Reisen erforderlich wurden. Es wurde in Archiven gestöbert, was sich letztendlich ausgezahlt hat, da die beiden Brüder unbekannte Details gefunden haben, die sie wunderbar in ihr Buch einbringen konnten.

Zusätzlich wollten sie auch noch Lebensdaten der zu dieser Zeit agierenden Personen haben, die sie in mühevoller Kleinarbeit in Kirchenbüchern fanden.

Wie Claus Legal darlegte, war die Fachwelt fasziniert, insbesondere die Historiker haben darüber gestaunt, dass solche Dokumente rund 250 Jahre in einem Archiv schlummerten.

Die Dokumente zeigten, dass Sachsens schönstes und größtes Jagdschloss von  preußischen Soldaten geplündert wurde. Den Auftrag zur Plünderung erteilte Friedrich II., König von Preußen.

All diese Informationen waren eine enorme Bereicherung und passten in die Forschungsergebnisse zum Thema „Preußische Plünderung des Schlosses Huberstusburg“, dem Jagdschloss des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II., der zugleich auch als August III. König von Polen war.

Georg Samuel Götze war in Hubertusburg  Schlossverwalter und schrieb alles auf, was er als Augenzeuge miterlebt hat. In seinem detaillierten Bericht listete er auf, was die Preußen aus dem Schloss hinaus geschleppt hatten. Auch diesen Bericht fanden die beiden Autoren in einem Archiv.

Auszug aus dem Dokument von Georg Samuel Götze.

„...Vasen, Vorhänge, Schlösser, Kommoden, Tische, Schränke ,Parkettböden wurden herausgerissen, alles Eisen u.v.m...“

Nach der systematischen Plünderung war das Schloss weitgehend leer und verwüstet.

Claus Legal schwenkte auch immer wieder mal vom eigentlichen Thema Hubertusburg ab und informierte z.B. darüber, dass am Siebenjährigen Krieg nicht nur Preußen, Sachsen und Österreich beteiligt waren, sondern auch England, Frankreich, Russland und Schweden mit mischten.

Die Lesung profitierte insbesondere dadurch, dass sie vom Mitautor Claus Legal sehr facettenreich vorgebracht wurde.

Er las immer kurze Passagen und Zitate aus dem Buch vor, um einen Eindruck von den damaligen Gegebenheiten zu vermitteln.

Die Lesung fand allgemein Anklang, auch dadurch, dass Claus Legal immer wieder unbekannte Worte, mit denen wenige etwas anfangen konnten, mit netten Worten erklärt wurden.

Die erste Lesung des Geschichtsvereins war ein vollenr Erfolg und wir freuen uns schon auf die Nächste.

Irene Traupel

 

 

13. Stammtisch am 18.09.2013

Für den September Stammtisch hatte der Vorsitzende des Vereins, Franz Josef  Becker, das Thema ‚Quer durch Klein-Winternheim‘ ausgewählt. Rund 40 Besucher ließen sich bei seinem Dia-Vortrag in die Zeit vor über 60 Jahren zurück versetzen. Die Sportstars von damals waren das erste Thema, gefolgt z.B. von einem gefährlichen  Lastwagenunfall von 1964, einem Hagelunwetter von 1973 oder mit Fotos, wie ein großer Lastenkran einen Wohncontainer über ein Haus hob. Im zweiten Teil seines Vortrags ging es unter anderem um den alten Lindenbaum an der Bushaltestelle und um bauliche Veränderungen am alten Bahnhof und in der Backhaus-Straße.

Die Besucher waren auch von den personenbezogenen alten Bildern angetan. Sie sorgten für lebhafte Unterhaltung und Diskussion. Mit besinnlichen Versen schloss der Vorsitzende einen informativen und gemütlichen Abend.

Walter Hackl

 

12. Stammtisch am 16.01.2013 über das Thema „Bugner Familien“

Zum ersten Stammtisch im neuen Jahr hatten sich trotz Schnee und Eis 45 Personen im Andreascafé eingefunden. Die Familiengeschichte der Bugners hatte sich diesmal Vorsitzender Franz Josef Becker als Thema ausgewählt. Der erste Bugner (Nikolaus) kam nach seinen Recherchen 1781 von Hechtsheim nach Klein-Winternheim. Wie sich die Bugners im Ort verbreitet haben, geht aus den Steuerlisten der Jahre 1811-13,  dem Brandkataster ab 1817 und späteren Volkszählungslisten hervor. Der Klein-Winternheimer Stammvater Nikolaus Bugner verheiratete sich mit Elisabeth Koch (heutiges Anwesen der Familie Hackl). Obwohl  nicht alle Bugners hier sesshaft blieben, wurden rund 150 Kinder dieses Namens in Klein-Winternheim geboren. Einige Bugner-Frauen haben sich schon im 19. Jahrhundert in umliegende Orte verheiratet. Sieben männliche Bugners sind nach Amerika ausgewandert. Allerdings haben sich in jüngerer Zeit Bugner-Nachfahren auch in Ober-Olm und Nieder-Olm niedergelassen, die nicht in der Klein-Winternheimer Statistik erfasst sind. Der Vortrag wurde mit Dias von seltenen Familienfotos der verschiedenen Bugner-Linien untermalt, was natürlich zu lebhaften Diskussionen führte.

Walter Hackl

 

11. Stammtisch am 24.10.2012 über das Thema „Fleck Familien“

Franz Josef Becker hat den zweiten Teil des Dia Vortrages über die Fleck Familien in Klein-Winternheim gehalten. Dieser Stammtischabend wurde noch erweitert um das Thema „Wetter und Wein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“.

Beginnend wurde nochmal auf die Recherchen zur Herkunft der Fleck Familie eingegangen (siehe hierzu 9. Stammtisch). Am heutigen Stammtisch wird die Familie von Andreas Fleck näher erläutert. Er heiratete 1708 Katharina Esther in Dromersheim.  Einer der Söhne heiratete Barbara Wurst. Die Familie wohnte in Dromersheim. Dieses Paar hatte einen Sohn Karl Fleck, der 1745 geboren war und nach Klein-Winternheim zog. Karl war von Beruf Schuhmacher. Er heiratete 1773 Maria Katharina Fleck, Tochter von Johann Peter Fleck und Maria Elisabeth Zubrust. Beide waren Enkel von Geschwistern Fleck in Dromersheim. Es wurden sechs Kinder geboren, vier Töchter und zwei Söhne (Martin 1780 und Johann Jakob 1786). Johann Jakob heiratete in 1. Ehe Eva Lasser in Ober-Olm. In 2. Ehe Anna Maria Metzler.

Martin Fleck blieb in Klein-Winternheim und heiratete 1806 Ottilia Lasser, die Schwester der Frau seines Bruders. Auch dieses Paar hatte sechs Kinder, zwei Töchter und vier Söhne. Die Töchter und zwei Söhne sind jung verstorben. Die beiden Söhne, die das Erwachsenenalter erreicht haben waren

Jakob Fleck 1808-1889 und Nikolaus Fleck 1818-1896.

Nikolaus lebte bis zu seinem 38. Lebensjahr als Tagelöhner in Klein-Winternheim. Er wurde bekannt durch seine römischen Funde in der Flur Villenkeller, was auch aus seinen Aufzeichnungen ersichtlich ist. Nikolaus heiratete 1856 in 1. Ehe Anna Maria Becker aus Zornheim und in 2. Ehe Margarethe Buscher. Nikolaus verstarb 1896 in Nackenheim.

Jakob Fleck heiratete 1836 Kunigunde Fleck, Tochter von Adrian Fleck und Barbara Gabel. Die Familie wohnte in dem Haus, das heute von Familie Badusche bewohnt wird. Ein Sohn und eine Tochter gingen aus dieser Ehe hervor. Alle Nachkommen aufzuzeigen, würde den Rahmen sprengen.

Martin Fleck (ein Nachfahre von Jakob Fleck) wurde herausgegriffen. Er hat ein handgeschriebenes Tagebuch hinterlassen, das 32 Seiten umfasst. Er beschrieb darin den Alltag, das Wetter, die Weinernte und vieles mehr. Über die anderen Nachkommen gibt Franz Josef Becker gerne im persönlichen Gespräch Auskunft.

Einige Auszüge aus dem Tagebuch:

-      Im Jahr 1853 auf Martini habe ich mir einen   Canarienvogel gekauft für 48 Kreuzer, es war ein Junges vom Sommer.

-      Im Jahr 1854 den dritten Januar auf den vierten fiel furchtbar dicker Schnee, er lag an manchen Stellen 3 bis 4 Fuß hoch.

-      Den 28. Januar 1854 habe ich ein paar neue Stiefel von Johann Hartmann erhalten um fünf Gulden.

-       Am 27.Januar abends zehn Uhr brach in dem Schwalbach seinem Kuhstall Feuer aus, wurde aber gleich wieder gelöscht.

-       Im Jahr 1855 auf den 30. Januar des nachts 11 Uhr stellte sich das Eis im Rhein bei Mainz fest, so dass man des morgens schon ohne Gefahr hinüber gehen konnte. Es stand fest bis 6. Februar abends, dann löste sich das Eis bis Bingen, dort häufte es sich Haushoch aufeinander, der Rhein triff aus und richtete große Verheerung an.

Die Weinernte fiel ziemlich gut aus, ein Ohm (143 Liter) kostete 27 Gulden.

Im zweiten Teil an diesem Stammtischabend kam das Thema „Wetter und Wein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“ zur Sprache.

Beginnend mit dem Jahr 1857 wurde bis 1884 (teilweise aus dem Tagebuch von Martin Fleck) über Wetter und Weinernte berichtet.

1857 gab es einen sehr trockenen und heißen Sommer; der darauffolgende Winter war ebenfalls trocken, mild und es wurde nicht kälter als 10°. Die Weinernte war gut.

1858 war wieder ein trockenes Jahr, so dass im Unter- und Oberdorf die Brunnen ausgetrocknet waren. Die Temperatur betrug im Juli 36° und Ende September 40°.  Die Weinernte war von guter Qualität.

Der Winter 1858/1859 kam sehr früh. Schon an Allerheiligen gab es Frost und es schneite. Am 18.  November kam Regen und anschließend starker Frost, so dass die Baumstämme aufplatzten. Das Platzen der Baumstämme war gut zu hören. Zurückzuführen war dies auf die sehr frostigen Nächte und die Sonneneinstrahlung am Tag, die die Baumstämme erwärmte. Als Gegenmittel hat man die Stämme weiß angestrichen, um die Erwärmung durch die Sonne abzumildern.

1860 wurden Kältegrade von 15 – 16 ° minus erreicht, so dass Hasen und Feldhühner bis ins Dorf kamen. Viele Wildtiere sind in diesem Winter verhungert. Die Weinberge waren geschädigt und die Maifröste ließen die Reben in den Frostlagen total erfrieren. Die Weinernte im Herbst fiel deshalb sehr mager aus.

Der Sommer 1861 war wieder sehr trocken, für den August wurden zwischen 30 - 40° aufgezeichnet. Dazu kam noch eine Mäuseplage, die große Schäden verursachte. Um der Mäuseplage Herr zu werden, wurde für jede abgelieferte Maus ein Pfennig bezahlt. Es wurden ca. 2000 Mäuse abgeliefert. Auch die Hamster waren eine Plage und konnten für einen Kreuzer abgeliefert werden.

Regen fiel zwischen Juli und November nur einmal. Der Zulauf zum Röhrbrunnen im Dorf wurde erweitert, damit dort immer Wasser vorhanden war.

Die Winter 1862 und 1863 waren im Durchschnitt.

Martin Fleck beschrieb in seinem Tagebuch, dass er wieder seinem Hobby nachging und zwei Marder schoss, die er für vier Gulden und 30 Kreuzer verkaufte.

Der Winter 1864/1865 war wieder sehr kalt und lange. Ab April 1865 gab es keinen Frost mehr und es blieb trocken und heiß. Über den Sommer bis in den Oktober hinein fiel fast kein Regen. Durch die große Dürre gab es wenig Getreide und Stroh und es herrschte Futtermangel.

Der 1865er Wein war im Ertrag nicht so gut, dafür aber qualitativ hervorragend.

1867, 1868und 1869 waren normale Jahre ohne besondere Vorkommnisse.

1869 auf 1870 war ein normaler Winter mit einem späten, rauen Frühjahr und Sommer. Der August war nass und kalt.

Der Winter 1870/1871 war wieder sehr streng mit viel Schnee. An Weihnachten konnten 15° minus gemessen werden. Im Frühjahr gab es in den meisten Nächten Raureif. Da im Mai sehr viele Reben erfroren waren, war auch die Weinernte nur mäßig. Ohne Zuckerbeimischung war der Wein ungenießbar.

1872, 1873 und 1874 waren mittelmäßige Jahre für den Weinanbau.

1875 gab es im Spätjahr Kälte und Schnee, so dass kein Weizen gesät werden konnte. Die Weizensaat erfolgte zwischen dem 27. Dezember und 4. Januar 1876. Danach gab es wieder Kälte und Schnee, bis Ende Februar Tauwetter kam. Der Rhein ging über die Ufer, Dämme brachen und die Rheinebenen standen unter Wasser.

1876, 1877 und 1878 gab es wieder kalte Winter bis 15 - 16° minus und milde und trockene Sommer.

1879/1880  gab es schon im November den ersten Frost mit Schnee. Anfang Dezember war es 16,5°minus. Es war sehr wechselhaft im Januar 1880, einige Tage Tauwetter und dann wieder bis in den Februar hinein zwischen 10 – 15 Minusgrade. In dieser Zeit war der Rhein mehrmals zugefroren. Auch die Weinernte fiel mäßig mit nur einem halben Ohm Wein aus.

Aus all diesen Aufzeichnungen können wir ersehen, dass das Wetter großen Einfluss auf die Weinernte hatte. Herausgegriffen noch das Jahr 1883, das einen mäßigen Winter mit 2 - 3° minus hatte. Im März kam eine drastische Wetteränderung und die Temperatur betrug bis zu 9° minus und es fiel Schnee, der auch noch an Ostern lag. Danach folgte schönes Wetter.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich das Sommer- und Winterwetter auch schon vor 150 Jahren nicht wesentlich von unserem heutigen Wetter unterscheidet. Allerdings haben wir nicht mehr so kalte Winter, was für den Weinanbau von Nutzen ist.

Noch einmal zurück zu Martin Fleck. Aus seinem Tagebuch ist zu ersehen, dass er immer wieder seiner Jagdleidenschaft nachging, ob Mäuse, Hamster oder Marder. Man hat ihn später zum Jagdaufseher bestellt. Er war auch aktiver Sänger im Gesangverein, was aus seinem Liederbuch von 1872 hervorgeht.

Irene Traupel

 

10. Stammtisch am 12.09.2012 über das Thema „Fleck Familien“

 

Franz Josef Becker hat einen gut vorbereiteten Dia Vortrag über die Fleck Familien gehalten. Zum Einstieg erklärte er, dass diese Familie so groß ist, dass ein weiterer Stammtisch stattfinden wird. Die früher bestehende Meinung, dass die drei Fleck Stämme nicht miteinander verwandt seien, hat sich nicht bestätigt. Man gab ihnen, um sie auseinander halten zu können, Beinamen, was öfter als Beleidigung aufgefasst wurde.

Nach jahrelangen Recherchen wird davon ausgegangen, dass die Flecks von einer Person abstammen, die nach dem 30jährigen Krieg in Gau-Algesheim ansässig war. 1618 war lt. Pfarrer Hellriegel in Gau-Algesheim kein Name Fleck aufgelistet. Es ist anzunehmen, dass während des 30jährigen Krieges Johann Fleck in Gau-Algesheim einwanderte und dort eine Familie gründete. Als Ehefrau wurde eine Margarethe genannt. Johann Fleck war 1652 Gerichtspedell (Gerichtsdiener) und 1657 Feldmesser. Er ist vor 1670 in Gau-Algesheim verstorben. Weitere Aufzeichnungen bestätigen, dass 1668 ein Conrad Fleck aus Gau-Algesheim eine Lucia Zimmermann aus Dromersheim heiratete.Das Ehepaar Fleck in Dromersheim hatte zwei Söhne, Andreas geboren 1669 und Job, geboren 1670. Die Nachkommen der beiden Brüder sind für den Stammbaum Fleck in Klein-Winternheim verantwortlich.

Am heutigen Stammtisch wird die Familie von Job Fleck näher erläutert. Er war verheiratet, hatte sechs Kinder und lebte in Dromersheim. Alle vier Söhne hatten den Namen Johann. Der 1. Sohn Johann, dann Johann Peter, Johann Friedrich, Johann Adam.

Johann Peter Fleck geboren 1701 in Dromersheim heiratete ca. 1736 in Klein-Winternheim Maria Elisabeth Zubrust. Mit dieser Heirat beginnt die Familiengeschichte des ersten Fleck in Klein-Winternheim, der aus Dromersheim kam.

Insgesamt gab es in den vergangenen 250 Jahren 46 Fleck Familien. Diese wohnten in 22 verschiedenen Häusern. 100 weibliche und 83 männliche Nachkommen konnten ermittelt werden.

Aus diesem Fleck Stamm gibt es zum heutigen Zeitpunkt vier Namensträger. Es wurde eingehend auf die einzelnen Familien eingegangen und viele Informationen mit Dias verdeutlicht. Dies alles aufzulisten, ist hier nicht möglich.

Mehrere Fleck Nachfahren wanderten in andere Teile Deutschlands oder nach USA aus.

Herausgenommen aus den vielen Informationen ist die Geschichte von Johann Michael Fleck, der in Klein-Winternheim als Müller arbeitete und mit Anna Maria Herzfeld verheiratet war. Das Paar hatte vier Kinder und zog ca. 1860 mit der gesamten Familie nach Gonzenheim bei Ober-Eschbach im Taunus. Dort kaufte J.M. Fleck  eine Mühle, die später die Fleckenmühle genannt wurde. Die Familie wurde größer, es kamen noch sechs Kinder dazu. Ein Sohn Johann heiratete 1896 Katharina Gabel aus Klein-Winternheim. Die Mühle war von Generation zu Generation im Familienbesitz.

Im Jahr 1945 wurde die Mühle überfallen. Es gab aus der Familie Fleck und auch aus anderen Familien elf Tote. Die Mordkommission ermittelte, kam aber zu keinem Ergebnis, so dass bis heute nicht geklärt ist, wer das Massaker angerichtet hat.

In Gonzenheim und Umgebung leben heute noch Flecks, deren Vorfahren aus Klein-Winternheim stammen.

Zum Abschluss seines Vortrages offerierte Franz Josef Becker den Anwesenden, dass er gerne bereit ist, weitere Auskünfte über die Vorfahren im persönlichen Gespräch zu geben.

Die umfangreiche Fleck Familie ist Thema eines weiteren Stammtisches am 24.10.2012.

Irene Traupel

 

 

9.Stammtisch am 28. März 2012

 

Für das Thema „Kommunionkinder in der vergangenen hundert Jahren“ haben sich ca. 30 Interessierte eingefunden.

Der Dia-Vortrag des 1. Vorsitzenden, F.J. Becker, begann mit Bildern von Kommunionkindern der Geburtsjahrgänge 1944-1945, die Anfang der 1950er Jahre zur ersten Kommunion gingen. Viele der Erstkommunikanten aus dieser Zeit waren den Anwesenden bekannt. Je älter aber die Geburtsjahrgänge waren, umso mehr entwickelte sich ein Ratespiel.

Was die meisten Besucherinnen und Besucher nicht wussten, war, dass bis 1937 jedes Kommunionkind eine Patin oder einen Paten zur Seite hatte, der oft sehr viel jünger war. Besonders interessant wurde es, als Bilder aus der Zeit von 1900 – 1930 gezeigt wurden. Hier erkannten viele ihre Eltern oder Großeltern wieder. Diskutiert wurde  auch über die Kleidung der Jungen, die oft mit kurzen Hosen und Hüten bekleidet waren.

Das Highlight waren aber Bilder von Kommunikanten, die zwischen 1880 und 1900 zur 1. Heiligen Kommunion gingen.

Zum Schluss des Vortrages wurde um eine Spende gebeten, die einem sozialen Zweck zufließen solle. Es konnten, vom Verein aufgerundet, 100,00 Euro an die Christoffel Blindenmission überwiesen werden. Die Augenärztin, Dr. Irmela Erdmann, die Tag für Tag in Afrika Kinder operiert und sie damit vor dem Erblinden schützt, wird diesen Betrag sinnvoll einsetzen.

 

Wir bedanken uns bei den Spendern.

Irene Traupel

 

 

 

8. Stammtisch am 23. Januar 2012

Thema des 1. Stammtischs in 2012 war die Geschichte der Eckert Familien in Klein-Winternheim.  Der 1. Vorsitzende, F.J. Becker, begann mit einer allgemeinen Einführung.

 

Ursprünglich wanderten die Eckerts, wie auch die Familien Feninger, Wassermann, Bugner, Holdenried und weitere von Tirol nach Deutschland ein. Der Name Eckert wurde auch sehr oft als Eckart geschrieben. Auch andere Klein-Winternheimer Familiennamen findet man in verschiedenen Schreibweisen.

Mit Johann Eckert aus Ebersheim kam 1696 der erste Eckert nach Klein-Winternheim. Er heiratete Eva Katharina Becker, Tochter von Balthasar Becker, Prätor (Bürgermeister) aus Ebersheim. Sie wohnten in Klein-Winternheim und hatten drei Söhne und eine Tochter. Die Mutter, Eva Katharina, verstarb 1709 und Johann Eckert heiratete in zweiter Ehe Maria Dorothe Gabel. Aus dieser Ehe ging ein weiterer Sohn, Christoph, hervor.

Mit vier männlichen Nachkommen war die Eckert Dynastie gegründet.

Beliebte Vornamen in der Eckert Familie waren bis Ende des 20. Jahrhunderts die Namen Christoph, Johann, Michael, Heinrich und Nikolaus.

Von 1700 bis 1850 waren die Eckerts Landwirte. Später erlernten einige den Kaufmannsberuf oder studierten und wurden Lehrer oder Ärzte. Die Eckerts blieben nicht alle in Klein-Winternheim. Einige verheirateten sich mit Ober-Olmern oder Ebersheimern. Andere zogen in rheinhessische Gemeinden oder weiter weg nach Franken. Die meisten Eckerts aber waren sesshaft und blieben im Ort.

In den letzten 300 Jahren wohnten Eckerts in ca. 25 Häusern, die ihr Eigentum waren. Der Vorsitzende lockerte mit einem Quiz den Stammtischabend auf.

Die Frage lautete: Wie viele Kinder wurden in den 300 Jahren in den Familien Eckert geboren? Der Siegespreis war eine Flasche Sekt. Die Anzahl der Kinder aus drei Jahrhunderten (18. – 20. Jahrhundert) war aus den vorgegebenen Zahlen 150, 200, 250, 300, 350 oder 400 Kindern zu erraten. Das Ergebnis waren 300 Kinder, was von vier der Anwesenden erraten wurde.

Anschließend  an die allgemeine Einführung erfolgte die Präsentation von Dias mit ausführlichen Informationen über die Häuser, in den die Familien Eckert gewohnt haben. Auch wurden Bilder der Familien gezeigt. Im Anschluss an die Präsentation waren insbesondere die Bilder der Familien Anlass für rege Diskussionen unter den interessierten Zuhörern.

Irene Traupel

 

7. Stammtisch am 19. Oktober 2011

Auch bei diesem Stammtisch war „Familiengeschichte“ das Thema.

Der Vorsitzende des Geschichtsvereins, F.J. Becker, hatte den Ablauf dieses Abends in zwei  Abschnitte unterteilt. Zuerst erfuhren die Besucher, dass es schon zwischen 1551 und 1554 sieben Familien mit dem Namen Schreiber gab. Dies konnte durch Einwohnerlisten nachgewiesen werden. Aus einem Muster Register für das Amt Olm von 1609 ist ersichtlich, dass 39 Soldaten verschiedener Waffengattungen aus Klein-Winternheim kamen, darunter sieben Personen mit Namen Schreiber.

Auch Pfarrer Falk berichtete in seiner Chronik, dass 1686 sieben Familien Schreiber hier wohnten. Leider sind für diese Angaben keine schriftlichen Quellen vorhanden. Aus Aufzeichnungen von Pfarrer Poth, der 1937 nach Klein-Winternheim kam, ist zu ersehen, dass das Kirchenbuch vor 1756 während der NS Zeit in der Bürgermeisterei verloren ging und somit die Familienzusammengehörigkeit nicht nachvollzogen werden kann.

Die Schreiber Familien konnten deshalb erst wieder ab 1756 durch Quellen, die nicht in Klein-Winternheim liegen, näher erforscht werden. In den Jahren von 1756 bis 1800 erhöhte sich die Zahl der Schreibers auf 13 Familien, wobei der häufigste Vorname Johann war. In der Zeit von 1756 bis 1960 haben sich diese Familien sehr stark ausgebreitet. Das heißt aber nicht, dass alle Schreibers im Dorf miteinander verwandt waren, denn zurückgerechnet, waren das von 1756 bis 1999 mindestens sechs, meistens aber acht bis neun Generationen.

Im zweiten Teil des Stammtischabends wurden Dias der Familien Schreiber aus den letzten 150 Jahren gezeigt. Zu jedem Bild gab es eine Erklärung, unter anderem wer der/die Abgebildete war oder ist und von vielen das Geburtsdatum. Die Teilnehmer am Stammtisch konnten viele Personen erkennen oder über die Spitznamen  z.B.  Johann Schreiber „Der Kaiserliche“ oder Johann Schreiber V. „Kerche Hannes“, identifizieren. Darüber hinaus wurden Dias der Häuser gezeigt, in denen die Familien wohnten.

Die vielen Bilder und Informationen regten zu eifrigen Diskussionen und angeregten Gesprächen an.  An einem weiteren Stammtisch wird auf „eine“ Familie Schreiber näher eingegangen werden.

Irene Traupel

 

Stammtisch am 06. Juni 2011

6. Stammtisch  „Familiengeschichte in Klein-Winternheim“.

Der Vorsitzende des Vereins, Franz Josef Becker, erläuterte, dass Ende des 18. Jahrhunderts (Jh.) die Familiennamen Gabel, Becker, Fleck, Eckert, Kapp und Schreiber sehr häufig vorkamen.

Näher betrachtet wurde am Stammtischabend die Familie Gabel.

Im 19. und 20. JH kam der Familienname Gabel in Klein-Winternheim sehr häufig vor. Woher die Familie Gabel kam und wann genau sie in Klein-Winternheim ansässig wurde, ist nicht nachvollziehbar. Nachweisbar aber ist, dass Ende des 17. Jh. eine Familie mit dem Namen Gabel im Dorf lebte. Bereits 100 Jahre später war die Zahl der Familien mit diesem Namen auf sieben angewachsen.

Aus all diesen Familien griff Becker die Eheleute Jakob Gabel (1778-1852) und Anna Maria Schreiber (1715-1855) heraus und erläuterte detailliert das Leben dieser Familie und deren Nachkommen.  Er konnte genau beschreiben, wo die Familie und ihre Abkömmlinge wohnten, wohin und wann sie innerhalb des Dorfes gezogen sind und welche Berufe (u.a. Metzger, Gemeindesteuereinnehmer, Landwirte) sie ergriffen hatten. Durch ein Bild dokumentiert wurde auch, dass ein Gabel Nachkomme als Hobby die Jagd hatte. Ein Stammbaum der Familie legte die Nachkommenschaft dar, so dass die meisten der Anwesenden nachvollziehen konnten, um welche Familie es sich handelt. Genau aufgezeigt wurde anhand von Lageplänen, Bauplänen- und Baugenehmigungen, wo die einzelnen Familien über viele Generationen wohnten.  Zahlreiche Bilder der Personen aus dem 19. und 20. Jh., z.B. bei Feierlichkeiten und beim Ausüben des Berufs, lockerten den Vortrag auf. Auch wurden Bilder der Häuser, in denen diese Familien über mehrere Jahrhunderte  lebten, gezeigt. An die Milchsammelstelle in der Wassergasse konnten sich noch viele der Anwesenden erinnern und auch, dass dies die „Milchgabels“ waren. Die interessierten Teilnehmer nutzten im Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit, über das Gehörte und vor allem über die zahlreichen Dokumente und Bilder, die Becker im Laufe der Zeit gesammelt hat, zu diskutieren.

Irene Traupel

 

Stammtisch am 14. März 2011

5. Stammtisch - Auswanderer Nikolaus Schreiber und seinen Nachkommen

siehe auch Artikel in der Mainzer Rheinzeitung und in der Allgemeinen Zeitung, Mainz

Den Wunsch, die Heimat ihrer ausgewanderten Vorfahren kennen zu lernen, haben sich in den vergangenen Jahren mehrere US-Bürger erfüllt und kamen zu Besuch nach Klein-Winternheim. Irene Traupel, Vorstandsmitglied im Geschichtsverein, hat vor acht Jahren eine neue Leidenschaft entdeckt: das Aufspüren von Nachkommen ausgewanderter Klein-Winternheimer. In diesem Jahr kam es auf ihre Initiative hin wieder zu einem Besuch aus den USA, und zwar von Mary McKillip, Ur-Ur-Enkelin von Nikolaus Schreiber, der 1848 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten auswanderte und in Chicago ein neues Zuhause fand.  

Nikolaus Schreiber hinterließ Spuren, die dort heute noch sichtbar sind. So z.B. gibt es in Chicago eine ‚Schreiber Street' und einen ‚Schreiber Park'. Aus Anlass des Besuchs von Mary McKillip und ihrem Ehemann Michael organisierte der Geschichtsverein ein Treffen mit den Klein-Winternheimer Verwandten, die in der gleichen Generationenfolge stehen wie Mary McKillip. Zu sehen gab es dabei auch eine Dia-Schau mit Fotos von der letzten USA-Reise von Familie Traupel, die sie von New York bis Chicago führte. Die Fahrt nach Chicago wurde zur Spurensuche genutzt. Auf einer Reihe von Friedhöfen ist Irene Traupel ‚fündig' geworden. Namen wie Schreiber, Bugner, Eckert, Hartmann, Bär, Sauer waren da auf uralten Grabsteinen zu lesen. Vorsitzender Franz Josef Becker konnte zu den einzelnen Familiennamen und verwandtschaftlichen Verbindungen interessante Erläuterungen geben. Sichtlich beeindruckt meinte Mary McKillip am Ende dieses gelungenen Verwandtschaftstreffens: ‚Ich bin ein Klein-Winternheimer'. 

Walter Hackl

 

Stammtisch am 21. Februar 2011

Beim 4. Stammtisch konnte der Geschichtsverein einen Film zur Geschichte von Rheinhessen von 1871 bis 1945 präsentieren.

Die rund 40 interessierten Besucher erfuhren dabei ua, dass Rheinhessen als politisches Gebilde erst nach dem Wiener Kongress, d.h. im Jahr 1816 entstand. Es wurde dabei Teil des Großherzogtums Hessen mit Residenz in Darmstadt. Diesen Status behielt es bis 1945 als linksrheinischer Teil des Volksstaats Hessen.

Das hochinteressante und seltene Filmmaterial zeigte politische und gesellschaftliche Ereignisse und Persönlichkeiten aus der Anfangszeit der Fotografie bzw. des Stummfilms. So z.B. den beliebten Großherzog Ernst Ludwig mit seinen verwandtschaftlichen Beziehungen zum englischen Königshaus als auch zur Zarenfamilie, und man erlebte einen Rundflug in einem Zeppelin. Es folgten Bilder aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis hin zum Kriegsausbruch.

Hilfreich waren die begleitenden Kommentare namhafter Historiker zu besonderen Ereignissen und Zeitabschnitten. Den Abschluss bildeten Filmdokumente aus amerikanischen Quellen über die letzten Kriegshandlungen im Frühjahr 1945 in der Region und die verheerenden Zerstörungen der Städte Darmstadt, Worms und Mainz.

Rheinhessen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone und ging 1947 in dem neu geschaffenen Bundesland Rheinland-Pfalz auf.

 

 

3. Stammtisch am 11.03.2010

Am 11. März 2010 hatte der Geschichtsverein zum 3. Stammtisch eingeladen.   Thema des Abends war ein Vortrag  des Vorsitzenden über die Ereignisse in Klein-Winternheim während der letzten Kriegstage 1945. Vorangestellt wurde die Schilderung des vernichtenden Bombenangriffs auf Mainz am 27. Februar 1945. Ein Klein-Winternheimer Zeitzeuge hat uns eine Chronik der Tage bis zum Eintreffen der Amerikaner in Klein-Winternheim am 20. März 1945 hinterlassen, aus der Franz Josef Becker zitierte. So gibt es hautnahe Schilderungen von Tieffliegerangriffen auf Autos und Pferdefuhrwerke am Klein-Winternheimer Berg und Bombenabwürfe in der Umgebung des Dorfes. Erwähnt wurden auch die Schäden im Ort selbst durch die sinnlose Sprengung der Eisenbahnbrücke und die Zündung einer größeren Menge Sprengstoffs in einer Scheune vor Abzug der deutschen Truppen . Mit der Schilderung der Situation bis Ende des Krieges und der Kapitulation am 8. Mai ging nach reger Diskussion ein spannungsreicher Stammtisch zu Ende.

Irene Traupel

 

 

 

2. Stammtisch am 11.02.2010

Der 2. Stammtisch fand am 11. Februar 2010 statt. Thema des Stammtisches war ein Dia Vortrag über die fünfte Jahreszeit. Es stellte sich heraus, dass man in Klein-Winternheim vor über 70  Jahren auch schon gekonnt Fastnacht feierte. Da war es natürlich spannend herauszufinden, wer denn auf den alten Fotos zu sehen war. Gelegenheit für ein munteres Ratespiel!

In den ersten Nachkriegsjahren wurde dann wieder begonnen, mit Sitzungen und Maskenbällen in der Narhalla Schreiber ausgiebig Fastnacht zu feiern. Es schlossen sich Bilder von gelungenen Landfrauensitzungen in der Radsporthalle aus den 70-er und 80-er Jahren an.

Zum Abschluss gab es Fotos von Umzügen der Ortsvereine aus den letzten Jahrzehnten sowie vom Ortsjubiläum im Jahr 2000, an dem sich der damalige Arbeitskreis Ortsgeschichte beteiligte. Mit Stimmungsbildern aus Klein-Winternheim wurden die Gäste auf den geplanten Fotowettbewerb des Geschichtsvereins in diesem Jahr hingewiesen und zur Teilnahme eingeladen.

Irene Traupel

 

 

1. Stammtisch am 14.01.2010

Der 1. Stammtisch fand am 14. Januar 2010 im Andreascafè statt.

Es wurde ein Film über die Gemeinde Klein-Winternheim aus den Jahren 1964 und 1967 gezeigt. Im Anschluss daran gab es eine rege Diskussion über das Gesehene.

Geschichtliche Begebenheiten waren ebenso Gegenstand von Gesprächen zwischen den Vorstandsmitgliedern des Geschichtsvereins und den interessierten Bürgerinnen und Bürgern wie auch gleiche Interessen oder neue Ideen.

Irene Traupel